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Ulrich Straeter
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Ilse Straeter > Stimmen zu
Stimmen zur Malerin ILSE STRAETER
Der Tanz als Motiv der Lebensfreude und des Aufbruchs hat schon so manchen Künstler inspiriert, so auch Ilse
Straeter, die während einer Vorstellung von „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ zwölf Skizzen des tanzenden
Paares anfertigte und den Schauspielern nach der Vorstellung überreichte. Da wir uns über dieses ungewöhnliche
Geschenk sehr gefreut haben, drucken wir an dieser Stelle eine kleine Auswahl der Zeichnungen ab.

Theater und Konzert Essen, 6 / 2004
Der eine kann gut tanzen, der andere besser zeichnen. Ilse Straeter kann beides. Sie tanzt  allerdings mit Stiften
auf dem Papier. Skizzen, die sie während einer Tanzaufführung schwungvoll auf den Block bannt, gewinnt sie die
Essenz eines Tanzes ab. Was die gelernte Grafikerin zeichnet, ist leidenschaftlich miterlebtes Tanztheater.

Ruhrnachrichten, 14.5.2005
„Fahnenausstellung“: Foto Chris Tettke
Es sind Stenogramme der Choreografie, eine Symbiose aus Tanz, Malerei und Klang. Impulsiv und dynamisch
bannt Ilse Straeter den Schwung und den Rhythmus, die Körpersprache, Gefühle, Gedanken auf China-Papier.
So entstehen ihre zumeist großformatigen Tanz-Fahnen als Überarbeitung des flüchtig Festgehaltenen.
Die Figuren schweben und schwingen schemenhaft über die transparenten, duftigen Bögen. Die Künstlerin hat sie
zunächst mit schnellem Strich skizziert – und in rascher Folge Augenblicke verewigt.

Westfalenpost Soest, 20.4.2006
Respekt ist für Ilse Straeter ein wichtiges Wort. Respekt vor der Arbeit der anderen, vor dem Schweiß, den sie bei
den Proben vergießen und den man in der Aufführung nicht sehen will. Respekt vor dem Menschen, der sich ihr in
langen Aktsitzungen anvertraut und den sie seiner Würde nicht berauben will. Respekt vor der Natur, die sie in ihrer
ganzen Schönheit und Verletzlichkeit darzustellen versucht, wenn sie Blumen, Tiere oder Landschaften malt.
Respekt auch vor sich selbst, denn mit der Achtung vor sich selbst fängt alles Malen und Zeichnen an. Ilse Straeter
malt und zeichnet, weil das ihre Sprache ist und sie uns sagen will, dass der Augenblick etwas Kostbares und das
Leben unser größter Reichtum ist.
Malend und zeichnend aufbewahren, was man re­spektiert – vielleicht ist das der Kern ihrer Kunstphilosophie.

Hans van Ooyen, kunst:werk:natur, Emschergenossenschaft u. Lippeverband, 2006
„Draußenmalen“: Foto Ulrich Straeter
„Man muss schon sehr sicher sein, wenn man vor Publikum zeichnen will", erklärt Ilse Straeter. Sie hat über zehn
Jahre lang Tänzer abgebildet, bis sie beschloss, sich mit ihnen auf die Bühne zu stellen. In Straeters Performance
bewegen sich nun die Darsteller in ihrem eigenen, an die Wand geworfenen Abbild. Eine winzige Sequenz der
Bewegung wird mit dem Zeichenstift für einige Sekun­den eingefroren und auf einer zehn bis zwanzig Meter langen
Folienrolle verewigt, während die Choreografie weiterläuft.

Annika Müller, Stuttgarter Zeitung, 5.1.2007
„Am Projektor“: Foto Christoph Lörler
Nach langjährigen Studien von Aktmalerei und Kalligraphie entdeckte Ilse Straeter mit dem Thema „Tanz" einen
Potenzialraum, der ihr die Gelegenheit gibt, ihre erworbenen Fähigkeiten mit diesem für sie neuen Erlebnis- und
Anschauungsfeld auf ideale Weise zu verbinden. Es eröffnet sich ein Erfahrungsspektrum, vor dessen Hintergrund
sie unterschiedliche Bildträger, Materialien und Darstellungskonzepte nach deren Möglichkeiten abtastet und auf
die jeweiligen eigenen Ausdruckswerte hin befragt. So entstehen Skizzen, Fahnen, Leinwandbilder, Scherenschnitte,
Skulpturen und Performances, die zu immer neuen künstlerischen Ideen und Bildfindungen führen.

Bettina Kretschmer, Kunsthistorikerin, Galerie.Werkstatt, Bochum, 2016
In der Reflektion durch Ilse Straeter erhält der Tanz eine neue Dimension:
Die Bewegung ist im Moment ihrer Vollendung festgehalten, die Flüchtigkeit der wohl vergänglichsten aller
Kunstformen aufgehoben und in ihrer ganzen Kraft in einem Bild fokussiert. Ilse Straeter gibt dem Tanz ein Danach.

Tobias Ehinger, Manager Ballett Dortmund & NRW Juniorballett, 2016
„Mit Irina“: Foto Christoph Lörler