Ilse Straeter
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Ulrich Straeter
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Ilse Straeter > Stimmen zu
Stimmen zur Malerin ILSE STRAETER
Tanz ist eine Kunst, die wiederzugeben selbst für Fotografen Mühe macht. Aber zeichnen? Live? Nun, den Tanz
naturgetreu abzubilden, kann und will Ilse Straeter gar nicht. Sie reduziert, verfremdet das, was auf der Bühne zu
sehen ist – einerseits. Anderseits sind ihre Werke in der Arka-Kulturwerkstatt (Zeche Zollverein, Schacht XII,
Halle 12) immer als Tanzbilder zu erkennen. Manche der Bilder sind schnell gestrichelte Skizzen, andere
komponierte farbige Arrangements. Was an den unterschiedlichen Arbeitsweisen der Künstlerin liegt.
Wichtig ist: Sie zeichnet live und vor Ort, setzt sich also mit Block und Kreide oder Bleistift in Tanz-Aufführungen
(Aalto, Folkwang, Choreographisches Zentrum) und versucht Bilder zu erfassen. Inzwischen ist Ilse Straeter dabei
so geübt, dass sie nicht mehr aufs Blatt schauen muss. Oft dienen ihr die Skizzen als Vorlage, die dann im Atelier
in Acryl-Bilder umgesetzt oder mit Tusche und Farbe auf Chinapapier übertragen werden.
Manches bleibt Skizze – und ist auch als solche sehenswert. Inzwischen zeigt sie ihre Arbeitsweise auch als
Performance.

Tankred Stachelhaus / Christof Wolf, NRZ Essen, 17.9.2003
„Fahnenausstellung“: Foto Chris Tettke
Der Tanz als Motiv der Lebensfreude und des Aufbruchs hat schon so manchen Künstler inspiriert, so auch Ilse
Straeter, die während einer Vorstellung von „Sechs Tanzstunden in sechs Wochen“ zwölf Skizzen des tanzenden
Paares anfertigte und den Schauspielern nach der Vorstellung überreichte. Da wir uns über dieses ungewöhnliche
Geschenk sehr gefreut haben, drucken wir an dieser Stelle eine kleine Auswahl der Zeichnungen ab.

Theater und Konzert Essen, 6 / 2004
Der eine kann gut tanzen, der andere besser zeichnen. Ilse Straeter kann beides. Sie tanzt  allerdings mit Stiften
auf dem Papier. Skizzen, die sie während einer Tanzaufführung schwungvoll auf den Block bannt, gewinnt sie die
Essenz eines Tanzes ab. Was die gelernte Grafikerin zeichnet, ist leidenschaftlich miterlebtes Tanztheater.

Ruhrnachrichten, 14.5.2005
Es sind Stenogramme der Choreografie, eine Symbiose aus Tanz, Malerei und Klang. Impulsiv und dynamisch
bannt Ilse Straeter den Schwung und den Rhythmus, die Körpersprache, Gefühle, Gedanken auf China-Papier.
So entstehen ihre zumeist großformatigen Tanz-Fahnen als Überarbeitung des flüchtig Festgehaltenen.
Die Figuren schweben und schwingen schemenhaft über die transparenten, duftigen Bögen. Die Künstlerin hat sie
zunächst mit schnellem Strich skizziert – und in rascher Folge Augenblicke verewigt.

Westfalenpost Soest, 20.4.2006
„Am Projektor“: Foto Christoph Lörler
„Man muss schon sehr sicher sein, wenn man vor Publikum zeichnen will", erklärt Ilse Straeter. Sie hat über zehn
Jahre lang Tänzer abgebildet, bis sie beschloss, sich mit ihnen auf die Bühne zu stellen. In Straeters Performance
bewegen sich nun die Darsteller in ihrem eigenen, an die Wand geworfenen Abbild. Eine winzige Sequenz der
Bewegung wird mit dem Zeichenstift für einige Sekun­den eingefroren und auf einer zehn bis zwanzig Meter langen
Folienrolle verewigt, während die Choreografie weiterläuft.

Annika Müller, Stuttgarter Zeitung, 5.1.2007
Es sind keine spektakulären Landschaften oder Stillleben, die Ilse Straeter vor Ort auf ihren Reisen einfängt. Wir
spüren in ihren Aquarellen fast das stille, beschauliche Hocken der Malerin in der Landschaft, das Einatmen der
Atmosphäre. Zu den Gegenständen und Details kommt das Licht in die Bilder. Sie setzt es oft im starken Kontrast
zu kräftigen Schatten, und sie benutzt einen fast trockenen Pinselstrich auf rauem Papier, um z. B. das Glitzern
des Wassers in einem Pinselhieb zu erfassen.

Herbert Siemandel-Feldmann, Galerie Bredeney, Essen
„Draußenmalen“: Foto Ulrich Straeter
Ilse Straeter wendet sich zunehmend den kalligrafischen Zeichen zu, die überwiegend Zeichen ohne Bedeutungs-
inhalt sind. Nur durch unzählige Übungen mit Gerät und Material erreicht die Künstlerin das Stadium, bei ihren
kalligrafischen Arbeiten rhythmische Zeichen und Gebilde, die in rascher Folge entstehen, intuitiv, fast unbewusst
auf das Papier zu bannen. Das erfordert von der Künstlerin eine Kombination von Meditation, Empfindungsfähigkeit,
Selbstbeobachtung, Intuition, Bewusstsein und Reflexion.

Paul Mangen, Galerie Werkstatt Wort und Bild, Bochum
Respekt ist für Ilse Straeter ein wichtiges Wort. Respekt vor der Arbeit der anderen, vor dem Schweiß, den sie bei
den Proben vergießen und den man in der Aufführung nicht sehen will. Re­spekt vor dem Menschen, der sich ihr in
langen Aktsitzungen anvertraut und den sie seiner Würde nicht berauben will. Respekt vor der Natur, die sie in ihrer
ganzen Schönheit und Verletzlichkeit dar­zustellen versucht, wenn sie Blumen, Tiere oder Landschaften malt.
Respekt auch vor sich selbst, denn mit der Achtung vor sich selbst fängt alles Malen und Zeichnen an. Ilse Straeter
malt und zeichnet, weil das ihre Sprache ist und sie uns sagen will, dass der Augenblick etwas Kostbares und das
Leben unser größter Reichtum ist.
Malend und zeichnend aufbewahren, was man re­spektiert – vielleicht ist das der Kern ihrer Kunstphilosophie.

Hans van Ooyen, kunst:werk:natur, Emschergenossenschaft u. Lippeverband, 2006
„Mit Irina“: Foto Christoph Lörler