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Geschichte des ARKA Verlages - Gegründet 1992
Auszug aus der Rede Ulrich Straeters zum 15-jährigen Jubiläum des Verlages
Es begann mit einem Literaturkurs in der ARKA Kulturwerkstatt. Wir wollten mit den Kursteilnehmern
und -teilnehmerinnen ein Buch machen – vom Anfang bis zum Ende. Von Anfang an, das bedeutete:
Herausgeber auswählen, Texte selber schreiben, Kontakte mit Schriftstellern und Schriftstellerinnen
aufnehmen, Texte sammeln, Texte aussuchen, redigieren, lektorieren, dann die Druckvorlage
erstellen, also setzen, Grafiken besorgen, eine Druckerei aussuchen, Preise vergleichen.
Bis zum Ende, das bedeutete: das Buch vorstellen und in den Vertrieb, also in den Buchhandel,
bringen. Diese Anforderungen führten dazu, dass einige Freiwillige weitermachten, bis nach zwei
Jahren das Produkt endlich druckfrisch auf dem Tisch lag. Um die ISBN-Liste vom Börsenverein des
Deutschen Buchhandels zu bekommen
ISB-Nr. heißt International Standard Book Number musste
man einen Verlag vorweisen. Dafür brauchten wir einen Gewerbeschein, den man erlangt, wenn man
eine Firma gründet. Gerhard Abbenhaus und ich vom gemeinnützigen eingetragenen Verein
ARKA Kulturwerkstatt gründeten daher eine GbR, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, die ich später
allein übernahm.
Manch einer lächelte, wenn er hörte, dass wir Verleger geworden seien. Doch das Finanzamt erkannte
uns schon nach vierzehn Tagen an, gab uns eine Extra-Steuernummer, schickte einen Haufen
Formulare und wartete auf die horrenden Gewinne, die da zu versteuern seien.

    
Verlags-Jubiläum 2007    

Seine Premiere hatte das erste Buch mit dem Titel:
Wie wir am besten in Öl baden und uns dabei wohlfühlen
(über 50 Autorinnen und Autoren sowie 5 Grafiker und Grafikerinnen überwiegend aus Essen waren
beteiligt) in der Zeche Carl im Rahmen einer abendfüllenden Feier mit zwei Musikbands, einer
Versteigerung und den ersten Buchverkäufen. Es handelt sich um ein Buch, das sich im weitesten
Sinne mit Ökologie beschäftigt (vom Gedicht bis zum Krimi), gleichzeitig ist es das
"Dritte Essener Lesebuch". Das 1. Essener Lesebuch erschien 1965, die Texte, u.a. von
Thomas Rother, Michael Lentz, Hannelies Taschau, Nicolas Born, Ilka Boll, wurden gesammelt und
herausgegeben von Gustav-Wolter von Klot. Das Buch erschien im Verlag der Klot Heydenfeldt oHG Essen.
Das 2. Essener Lesebuch erschien 1984 im Klartext-Verlag, es wurde herausgegeben von Walter Wehner
und enthielt u.a. Texte von Thomas Rother, Herbert Somplatzki, Renè Zey, Margret Gottlieb,
Hans-Peter Karr, Werner Schlegel, Theo Schmich und einem gewissen Ulrich Straeter.
Das 3. Essener Lesebuch, das so genannte Ölbuch, erschien 1992 im ARKA Verlag und wurde
herausgegeben von Robert Bull, Werner Schlegel und Ulrich Straeter.
Es enthält Texte u.a. von Thomas Rother, Richard Limpert, Werner Streletz, Herbert Somplatzki,
Olaf Eybe, Sigi Domke, Michael Klaus, Kurt Küther, Margret Gottlieb, Stephan Stoppock und vielen mehr.
Zum Beispiel Bernhard Lassahn, der für Käpt’n Blaubär schreibt.

Wir fanden das Ganze ziemlich spannend. Obwohl wir gelernt hatten, dass es eine Menge Arbeit macht,
ein Buch zu schreiben, dass es eine Menge Arbeit mehr macht, ein Buch herzustellen, und dass es
noch viel viel mehr Arbeit macht, ein Buch in den Handel zu bringen und zu verkaufen.Wir fanden das aber
interessant und machten uns trotz alledem an das nächste Buch mit dem Titel:
Dornrösia und andere moderne Märchen und Sagen.
Mutig geworden, sammelten wir, die beiden Herausgeber Werner Schlegel und ich, Texte von Autoren und
Autorinnen aus der ganzen Bundesrepublik, von Jürgen Lodemann, Maurico Rosencof, Peter Paul Zahl,
Fritz Teufel, Christof Meckel, Imre Török, Rafik Schami u.a.

Danach veröffentlichte ich dann einige meiner Reisebücher (Irland, Schottland, Frankreich, Portugal) im
ARKA Verlag, warum nicht, wenn man schon einmal eine Infrastruktur eingerichtet hat.
Etliche Kunstkataloge wurden inzwischen herausgebracht: z.B. von Michael Siewert, Susanne Faber,
Theodor Oberheitmann, Ilse Straeter und Sebastian Walter-Lilienfein. Auch der Katalog zum 20-jährigen
Bestehen der ARKA Kulturwerkstatt e. V. im Jahr 1997 erschien natürlich im ARKA Verlag.
Das lag nahe.

Die ARKA Kulturwerkstatt existiert inzwischen seit über 30 Jahren, der Verlag seit bald 20 Jahren.
Das ARKA Schiffchen, hoch oben auf den Wogen tanzend, immer wieder aus den Wellentälern
auftauchend, steht dabei nicht nur als Markenzeichen für unsere Produkte, sondern auch als Synonym
für unser Weitermachen, für das Aufkursbleiben.

Im Jahr 2003 haben wir unsere Fühler erstmals nach Übersee ausgestreckt – es entstanden ein
Reisebuch über Chile, zusammen mit Prof. Dr. Angelika Wolf von der Universität Essen und ein
Deutsch-Brasilianischer Kunstkatalog über ein Frauenprojekt, federführend dabei Susanne Faber von der
ARKA Kulturwerkstatt. Wobei die beiden genannten Damen im Gegensatz zum Verleger schon einmal
drüben waren und die beiden großen, sehr unterschiedlichen Länder Südamerikas persönlich in
Augenschein genommen haben, wie ich neidvoll berichten muss.

Das alles ging nicht (und wird nicht gehen) ohne tatkräftige Helfer und Helferinnen. Da ist zunächst die
Hausgrafikerin Ilse Straeter, bekannt durch ihre prägnanten Titelgestaltungen. Da war die im Jahr 2009
im Alter von 91 Jahren verstorbene Vertriebsleiterin für Bottrop, Oberhausen und Gelsenkirchen,
Gertrud Bugla, die wir einmal im Jahr zum Betriebsfestessen eingeladen haben, was das Finanzamt
durchaus anerkannte. Da ist unser Lektor, der Schriftstellerkollege Karl Taefler aus Gelsenkirchen, der
unermüdlich tätig war und hart, aber konstruktiv in unsere Manuskripte eingegriffen hat. Wobei ab und
zu ein Arbeitsessen erforderlich war – und hoffentlich sein wird.
Und – das muss besonders betont werden – ohne das Foto- und Grafikdesign-Büro Günter Großheimann
hätte es einen großen Teil unserer Bücher nicht gegeben. Mit schier unendlicher Geduld (gegenüber der
widerspenstigen Technik und einem Verleger, der bis zuletzt immer noch Sonderwünsche vorbringt),
hat Günter Großheimann einen unbezahlbaren Anteil an der Entwicklung des ARKA Verlages.

Ohne Freunde und Förderer geht es nicht. So schrieben der genannte Kollege Karl Taefler, der Leiter
der Stadtbibliothek Mülheim-Ruhr, Klaus-Peter Böttger, der Kollege Franjo Terhart, ein Irlandexperte,
der große und bekannte Kollege Jürgen Lodemann, Ludwig Harig, die Journalistin Petra de Lanck
Vor- und Nachworte zu unseren Büchern und trugen somit zum Gelingen des hoffentlich Schönen und
scheinbar nicht immer nur Nützlichen bei.

Insbesondere Jürgen Lodemann half uns uneigennützig schon mehrfach. Ich möchte daher kurz aus
seinem Vorwort zu unserem ersten Buch, dem sogenannten Ölbuch, zitieren:

Wer im München-Hamburg-Berliner Bordell, das sich um Frankfurt dreht und „Literaturbetrieb“ heißt,
spielerische Texte anbietet aus der Wirtschaftslandschaft Nordrhein-Westfalen, leistet schon allein damit
ein starkes Stück. Der SachenVerstand des Reviers war nie gefragt, ist es auch derzeit nicht.
Schauen wir uns um in dieser Sammlung dessen, was scheinbar das Leichte ist, sehen wir zu, ob das
Abseits in Wahrheit einen Motor hat mit einem neuen Ton oder ob’s tatsächlich nur das Abseits ist, von
langer Hand dorthingeschoben.

Nein, lieber Jürgen, wir haben zwar vielleicht „nur“ eine Nische gefunden, aber im Abseits stehen wir nicht.
Wir sind gewachsen, aber Wachstum macht uns inzwischen möglicherweise Angst ...

Auch das Kulturbüro der Stadt Essen und dem Kulturdezernten sei gedankt: nicht nur mit ideeller Hilfe
stand man uns in einigen Fällen zur Seite, auch finanziell tat sich ab und zu etwas. Es sind keine
Riesensummen. Trotz klammer Haushaltslage wären aber durchaus größere Beträge möglich, nur
müssten die Projekte dann teurer angesetzt werden, und es tauchte die Frage auf: wer zahlt den folglich
auch größer werdenden Rest, wer zahlt Schnäpse?

Unser Kulturdezernent (bis 2009), der Beigeordnete für Kultur und Bildung, Prof. Dr. Oliver Scheytt, ließ
es sich nicht nehmen, zur Eröffnung und zum Jubiläum in der ARKA Kulturwerkstatt auf Zollverein zu
reden, er schrieb auch das Vorwort zu unserem Krimiband Der Pott kocht. Das sind Leistungen, die wir
gern anerkennen. Zeigen sie doch das Interesse an unserer Arbeit.

So wünsche ich uns allen, und natürlich vor allem dem jungen, aufstrebenden, dynamischen Klein- oder
Kleinstverlag ARKA für die Zukunft alles Gute, Nützliche und Schöne. Und wir werden es weiterhin so
machen, wie der Karpfen in unserem Gedichtband mit Haikus: Ab und zu träumen!

Ulrich Straeter
(Autor und Verleger)

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