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Stimmen zu Ulrich Straeter
Ulrich Straeter
Eickmeiers Traum und andere Geschichten
Bochum: Brockmeyer Verlag 2014, 176 Seiten, 12,90 €, ISBN 9783819609459

Ein geborener Erzähler aus dem Revier

Geschichte kann man auch nebenbei, en passant, erzählen. In kleinen biografischen
Miniaturen etwa. Die von frühen Kindheitserlebnissen im Luftschutzbunker bis ins Heute
reichen. Oder anhand von Reisereminiszenzen und originellen Alltagsbeobachtungen.
Ulrich Straeter serviert hier 30 Kurzgeschichten, die, oft humoristisch angehaucht, ein
unterhaltsames und erhellendes Erzählmosaik ergeben, das zuletzt gar in satirische
Science-Fiction-Visionen einmündet. Der Fabulierlust stehen also Tür und Tor offen.
Ein Leseerlebnis voller Lokalkolorit zwischen Dortmund, Essen, dem Sauerland und der
großen weiten Welt. Straeter, 1941 in Dortmund geboren, lebt heute als Autor,
Herausgeber und Verleger in Essen. Er wurde vor allem durch seine Reiseberichte über
Wales, Irland, Frankreich, Italien und viele andere Länder bekannt.
Zuletzt kam 2010 der Krimi „Grüne Minna“ hinzu ein äußerst vielseitiger Autor also,
der seine sozialkritische Ader nie verleugnet.

Walter Gödden
Klappentext (Rückseite) zu „Sizilianische Zitronen“ von Ulrich Straeter
(Horlemann Verlag, Berlin, Oktober 2011, 12,90 €)

„Nur wenn ich, der Autor dieser Zeilen, mal abirre vom Thema, erfolgt sogleich eine Rüge
seitens meiner Reisebegleiterin“ heißt es an einer Stelle des vorliegenden Buchs. Halt,
Einspruch! Es sind genau jene feuilletonistischen Exkurse, jene Gedankenspaziergänge,
die Ulrich Straeters Reiseerzählungen zu etwas Besonderem machen. Straeter ist
Kosmopolit und kulturgeschichtlich ebenso bewandert wie in der Mythologie, bildenden
Kunst und natürlich der Literatur. Er belässt es nicht beim Blick auf touristische
Attraktionen und die einzigartige Schönheit Siziliens, sondern lenkt den Blick auf die
unübersehbaren Folgen von Umweltzerstörung und politischer Misswirtschaft. Eine
Ambivalenz, die selbst zum Thema wird, aber umso mehr herausfordert, „die Dinge, die
wichtig sind, festzuhalten, im Bild, im Text oder sonst wie, die Schönheit und Ästhetik von
Orten und Landschaften, von Menschen. Das, was das Leben lebenswert macht, und was
uns anstacheln sollte, für seinen Erhalt zu sorgen“. Ein Buch, das uns, wie es im schönen
Vorwort Ralf Theniors heißt, „das Fernweh ins Herz“ pflanzt: Reiseerzählungen, deren
Aufrichtigkeit und Lebensphilosophie beeindrucken.

Walter Gödden

(Prof. Dr. Walter Gödden ist Geschäftsführer der Literaturkommission des
Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Münster)
An den Ufern der Emscher agieren gute Einzeltäter, gibt es den "Poesie-Palast" des
tüchtigen Gerd Herholz, gibt es die literarischen deutsch-polnischen Aktionen des
früheren Bergmanns Herbert Somplatzki, gibt es die Nazi-Entlarvungen durch den
Bergmannssohn Ernst Schmidt, gibt es den vielgereisten guten Grantler Ulrich
Straeter
– die Reihe solcher Namen wäre sehr verlängerbar und die da nun auswählen
müssen aus tausenden Angeboten, sind nicht zu beneiden.

Jürgen Lodemann zur Kulturhauptstadt 2010
in: Badische Zeitung v. 24.12.2009

Ulrich Straeter und Jürgen Lodemann
Ich danke Ihnen für Ihre schöne Erinnerungs-Poesie.

(Ludwig Harig, 2009)
Lexikoneinträge:

Westfälisches Autorenlexikon. Hrsg. von Walter Gödden und Iris Nölle-Hornkamp. Bd. 4:
1900 bis 1950. Schöningh: Paderborn 2002

Ludwig Janssen: Literatur-Atlas NRW. Ein Adreßbuch zur Literaturszene. Köln 1992

Bibliographie Essener Autoren, Stadtbibliothek Essen 1986
Presseurteile

Ulrich Straeters Reisebücher sind ein Geheimtipp, sind kleine erzählerische Raritäten im
Dschungel plakativer, grellbunter Reiseprospekte. Einfach und äußerlich unscheinbar
aufgemacht, lassen Bücher wie "Schafsnassen in Wales" oder "Pastis unter Platanen"
ihren Charme erst auf den zweiten Blick erkennen. Dann aber, nach ein paar Seiten
Lektüre, möchte man diese anmutigen Reisefeuilletons nicht mehr aus der Hand legen.
Was Straeters Bücher von der gängigen Massenware unterscheidet, ist die persönliche
Handschrift des Verfassers... So unangestrengt wie eine solche Lebenseinstellung ist auch
Straeters Sprache, die ohne Schnörkel und Verwinkelungen auskommt. Seine Prosa ist
einfach und stets zielsicher pointiert.
...Straeter ist kein naiver Reisender, der ein Maximum an Wohlergehen und Wellness im
Visier hat. Den Autor interessieren die sozialen Umstände und das, was in "Volkes Seele"
vorgeht. So hat er ein sensibles Gespür für soziale und politische Verhältnisse entwickelt.

Westfalenspiegel 02/2002.


(K)ein Buch für Touris, sondern ein Reiseerleben, wie in unserer heutigen Urlaubs-Fun-
Gesellschaft höchst selten: Reise als Lebensform. Da ist jemand immer wieder einfach
glücklich, weil unterwegs. Unterwegs in der Landschaft ...
Es gefällt, wie sich Straeters kritische Reflektionen ständig mischen mit der Nähe des
Reisens.

Arnold Leifert. In: Westfalenspiegel. 4/2001/02. Zu: Bretagne bleue – Reiseerzählungen.

Ulrich Straeter zu sich selbst

Auf mein Schreiben trifft zu, was der große Kollege Peter Maiwald einmal folgendermaßen
formuliert hat (und was ich zitieren darf):
"Ich schreibe ein Gedicht, komme also an meine Grenzen, lauter persönliche Schlagbäume,
private Zöllner, eingefleischte Zensoren, intime Wächterhäuschen und individuelle
Drahtverhaue. Mein Gedicht will Schmuggelwaren, Konterbande, Spion und Agent sein, aber
ich will, wie jeder Einheimische, nur zögernd Fremdes oder Unbekanntes oder mir
Ungünstiges an mich heran- oder aus mir herauslassen. Da setzt sich mein Gedicht mit
einem Satz, mit einem Wort, mit einer Silbe, mit einem Laut über mich hinweg."

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